Bundesregierung plant Bremsen- statt Führerscheinentzug

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Notorischen Rasern wird für gewöhnlich der Führerschein entzogen. Doch die Bundesregierung möchte noch in dieser Legislaturperiode die Sanktionen bei Geschwindigkeitsverstößen anpassen. Laut einem Entwurf zur Reform des Bußgeldkatalogs soll demnach in Zukunft nicht mehr der Führerschein, sondern die Bremse entzogen werden.

Der so genannte Verkehrsminister Dobrindt äußerte sich auf Nachfrage der Seriösen Alternative wie folgt:

» Was soll denn der Führerscheinentzug bringen? Auch ohne Führerschein kann ich mich jederzeit hinter das Steuer setzen und mit atemberaubendem Karacho durch die Innenstadt brettern. Fehlt am Wagen hingegen die Bremse, ist auch der rasanteste Fahrer gezwungen, mal etwas vom Gas zu gehen! «

Das Modell verspricht Erfolg. So hat bereits das Amtsgericht München einen Autofahrer nicht zu Fahrverbot, sondern vorübergehender Demontage seiner Bremse verurteilt. Dem Verurteilten » fehlt es an der notwendigen Einsicht und an der für die Teilnahme am Straßenverkehr erforderlichen rechtstreuen Gesinnung. […] Allein durch die Verhängung des Fahrverbots könne der angestrebte erzieherische Effekt und die notwendige Warnwirkung für die Zukunft bei dem Betroffenen nicht erreicht werden. « Richter Alf A. Romeo verfügte folge dessen, die Bremse müsse für einen Monat auf Kosten des Verurteilten in einer Fachwerkstatt ausgebaut und so lange dort gelagert werden.

Der Betroffene ist offenbar zufrieden mit der Maßnahme:

» Ich persönlich finde die Maßnahme in Ordnung, denn ich weiß ja, dass ich zu schnell gefahren bin. Es ging ja auch so einfach… Jetzt aber muss ich mir bei jeder Beschleunigung überlegen, ob ich bei 5 km/h mehr nicht irgendwo gegen fahre, schließlich habe ich schlechte Karten wenn die Ampel rot wird und vor mir einer bremst. Jetzt hab ich zwar schon ein paar Kratzer und Beulen verursacht, brauche jeden Tag zwei einhalb Stunden für den Weg zur Arbeit und habe ein Kind überfahren, aber zu schnell bin ich seitdem nicht mehr unterwegs gewesen! «

1 Kommentar

  1. Fundierte Berichte, das zeichnet seriöse Alternativen aus. Für mich persönlich wäre diese neue Regelung eine Bereicherung, denn ich baue im Durchschnitt jeden zweiten Monat einen Unfall. Danke an die Redaktion für diese frühzeitige Berichterstattung,meine Eltern sind dankbar

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